DEINE HEIMAT

Wo der Vogelsberg endet und die Wetterau grüßt,

wo die Nidda durch duftende Wiesen fließt,

wo die Quellen des Wässerchens plätschern leise

und die Ackerlerche trillert ihre liebliche Weise,

Gedanken an Heimat und Kindheit im Sinn,

dort liegt Nieder-Mockstadt mitten drin.


Geht's hinaus, die Hügel und Wälder durchzieh'n,

schön ist's, wenn am Eichborn die Heckenrosen blüh'n.

Auf dem neuen Berg der Sommerwind weht,

die Hangwiese in voller Blühte steht.

Die Spechte beklopfen die Bäume im Kiefernwald,

die Kirschbäume stehen in Blüte bald.

Rehe und Hasen überspringen den Rain,

sagt mal, wo's schöner kann sein?


Vom Stummelturm der Kirche die Glocken erschallen,

bei Trauer und Freude, für dich und mich - uns allen.


Gar manchen zog's hinaus in die erbärmliche Welt,

fand weder Glück noch das große Geld.


Tröste dich, sollte im Leben nicht alles so glücken,

gibt s was Schöneres, als vom Bauernbusch auf's Dorf zu blicken?

Bienen befliegen die Blumen und Rosen,

und kehren zum Stock mit Blütenstaubhosen.

Schnurrend die Feldhuhnkette von dannen zieht,

vor der Morgensonne der Nebelschleier flieht.


Die Mähdrescher rattern, dann folgt der Pflug,

die Vögel sammeln zum großen Zug.

Elstern ihre Nester ausbessern,

Igel sich den Winterspeck anfressen.


Siehst du mal keinen Sinn mehr nach höherem Streben,

besinn dich zurück auf ein menschlicheres Leben.

Du bist uns willkommen in jedem Falle,

hier findest du Menschen, wie du und ich und alle.

Robert Kaufmann
© 2016 Stephan Mickel